Carbon Enablement zur Förderung des Kundenengagements

Carbon Enablement zur Förderung des Kundenengagements

Wir haben zusammen mit dem führenden belgischen Telekommunikationsunternehmen, Proximus, ein Modell zur Berechnung des Treibhausgaseinsparpotenzials für ihre Unternehmenslösungen und -dienstleistungen (Carbon Enablement) entwickelt. 

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Tall glass buildings

Kunde: Proximus

Dienstleistung: Carbon-Enablement-Produktmodellierung 

Ergebnisse:

  • Vollständig entwickeltes Carbon-Enablement-Modell für 20 Unternehmenslösungen und -dienstleistungen
  • Maßgeschneidertes Carbon-Enablement-Training für Produktmanager
  • Ein eindeutiges Framework, um Kunden für den Klimaschutz zu gewinnen

Worin bestand die Herausforderung?

Proximus ist Belgiens größter Anbieter von Telefon-, Internet-, Fernseh- und IKT-Dienstleistungen.

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bei den Klimaschutzaktionen des IKT-Sektors ganz vorne mit dabei zu sein. Das Unternehmen ist seit 2016 klimaneutral und möchte „bis 2030 einen nettopositiven Beitrag zu einem Netto-Null-Planeten leisten“. Proximus definiert dies daran, dass mehr Treibhausgase vermieden als durch die Aktivitäten des Unternehmens verursacht werden. Zu den vermiedenen Treibhausgasen zählen all jene, die durch die Verwendung der Lösungen und Dienstleistungen von Proximus, z. B. Videokonferenzen und Smart-Building-Lösungen auf der Basis einer IdD-Struktur (Internet der Dinge), bei den Kunden vermieden wurden.

Um diese Strategie zu unterstützen und für eine transparente Berichterstattung und Kundenkommunikation über die Vorteile der Treibhausgaseinsparungen sorgen zu können, musste Proximus die Menge der Treibhausgasemissionen berechnen, die Kunden durch die Lösungen und Dienstleistungen des Unternehmens vermeiden können. 

Proximus hat sich entschieden, mit uns an der Erstellung eines individuell zugeschnittenen Carbon-Enablement-Modells zu arbeiten, da wir über umfangreiche Erfahrungen mit weltweit führenden Carbon-Enablement-Projekten in Kooperation mit globalen IKT-Akteuren wie AT&T, BT, EE, Verizon und Vodafone verfügen.

Wie konnten wir helfen?

Das Carbon-Enablement-Modell sollte vermiedene Emissionen verschiedener Lösungen berechnen, welche in sieben Gruppen eingeteilt wurden: durch Breitband ermöglichte Heimarbeit, Online-Konferenzen und -Kollaborationen, Fahrzeug- und Verkehrsmanagement, Cloud- und IP-Kommunikation, öffentliche Cloud und Proximus Cloud, Dematerialisierung und Geräte-Leasing sowie Smart Building und Smart Metering.

Wir haben Carbon-Enablement-Faktoren so berechnet, dass sie die spezifischen Nutzungsszenarien der Lösungen und Dienstleistungen von Proximus einbeziehen. Dazu gehören auch die CO2-Emissionen aus dem Lebenszyklus der Produkte. Diese setzen sich aus Emissionsfaktoren und Annahmen zusammen, die auf unserer bisherige Forschung und unseren Erfahrungen im IKT-Sektor beruhen. Anschließend haben wir das Absatzvolumen der Produkte und Lösungen mit ihren entsprechenden Carbon-Enablement-Faktoren multipliziert. 

„Wir haben unsere Lösungsexpertise eingebracht und der Carbon Trust sein Wissen über die Abläufe weltweit. Es war eine unschlagbare Kombination“, so Antoine Van Brussel, Head of Communicate & Collaborate bei Proximus.

Das Ergebnis war ein leistungsfähiges, nutzerfreundliches Carbon-Enablement-Tool, das auf Excel basiert. Um das Team von Proximus mit dem Wissen auszustatten, wie die Verwendung des Tools auf lange Sicht maximiert werden kann, haben wir ein umfangreiches Trainingsprogramm zum Carbon Enablement mit 40 Produktmanagern durchgeführt. In den Sitzungen wurde erklärt, wie das Modell funktioniert, wie es gemessen wird, wie Volumendaten eingegeben werden und wie die Faktorberechnungen, Annahmen und Emissionsfaktoren für die Berichterstattung in den kommenden Jahren aktualisiert werden können. 

Das Carbon-Enablement-Modell und die Workshops ermöglichten den Mitarbeitern ein tiefgreifendes Verständnis und genaue Berechnungen der vermiedenen Emissionen. Die Produktmanager wiederum lieferten wertvollen Input, um die Genauigkeit der Faktoren für die Senkung der Treibhausgasemissionen noch mehr zu erhöhen.  

Welcher Nutzen ergab sich daraus?

Mithilfe des Modells hat Proximus die Treibhausgasemissionen, die 2020 in den sieben Lösungsgruppen vermieden wurden, zum ersten Mal berechnet und darüber berichtet. Mit dem Modell konnte berechnet werden, dass Kunden durch die Nutzung von Proximus-Produkten 2020 insgesamt 465,19 kt CO2 vermieden haben. Über 80 % der Einsparungen kamen aus dem Bereich ‚durch Breitband ermöglichte Heimarbeit‘.  

Die Berichterstattung zu den vermiedenen Emissionen von Proximus 2020 lieferte einen wichtigen Ausgangswert für die zukünftige Entwicklung hin zu einem nettopositiven Beitrag.   Des Weiteren ermöglichen das Modell und das Training es Proximus auch in Zukunft, die vermiedenen Emissionen der Produkte zu verstehen, zu berechnen und darüber zu berichten. Das unterstützt die Kundenkommunikation und sorgt für bessere Transparenz gegenüber Stakeholdern.  

„Wir beobachten einen starken Anstieg in der Nachfrage von Kunden, insbesondere Unternehmen, die ihre Treibhausgasemissionen mithilfe unserer Lösungen verstehen und reduzieren wollen. Bei dieser Kollaboration lieferte der Carbon Trust uns eine solide Wissensgrundlage und ein eindeutiges Rahmenwerk, um unseren Kunden vom Klimaschutz zu berichten und sie zur Mitarbeit zu motivieren“, so Van Brussel.

Mit Blick auf die Zukunft plant Proximus die Einbettung der Carbon-Enablement-Methode im gesamten Unternehmen. Außerdem soll ein Vorhersagetool für die Entwicklung der vermiedenen Emissionen bis 2030 erarbeitet werden. So kann das Unternehmen seinen Fortschritt hin zu einem nettopositiven Beitrag 2030 festhalten. Zusätzlich kann eine größere Menge an vermiedenen Emissionen erzielt werden, die durch die Verwendung von Proximus-Produkten durch die Kunden entstehen, verglichen mit den Emissionen, die durch Proximus' eigene Aktivitäten entstehen. „Diese Initiative untermauert unser Ziel, Carbon Enablement zu einem unserer wesentlichen Verkaufsargumente zu machen. Darüber hinaus soll das Einsparpotenzial von Treibhausgasen als Schlüsselkriterium für Entscheidungen bei der Lösungsentwicklung aufgenommen werden“, fügt Van Brussel hinzu.