Zero Waste to Landfill (Null-Deponieabfälle) in Costa Rica

Zero Waste to Landfill (Null-Deponieabfälle) in Costa Rica

Mit Hauptsitz in Costa Rica, zählt die Florida Ice & Farm Company zu einem der wichtigsten Lebensmittel- und Getränkehersteller in Zentralamerika. 2017 erfüllte die Florida Ice & Farm Company als erstes außereuropäisches Unternehmen den Carbon Trust Standard for Zero Waste to Landfill (Carbon Trust Standard für Null-Deponieabfälle).

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FIFCO recycling plant in San Carlos

Kunde: Florida Ice & Farm Company 

Service: Carbon Trust Standard for Zero Waste to Landfill

Ergebnisse:

  • Unabhängige Prüfung des Abfallberichtsystems im Einklang mit europäischen Abfallstandards
  • Harmonisierung des Berichtsystems – Optimierung der Abfallberichterstattung in mehreren Unternehmen
  • Erfüllung des Carbon Trust Standard for Zero Waste to Landfill (Carbon Trust Standard für Null-Deponieabfälle)

Worin bestand die Herausforderung?

Costa Rica ist bekannt dafür, eines der weltweit führenden Länder im Bereich Umweltschutz zu sein. Auch das größte nationale Industriekonglomerat in der Lebensmittel- und Getränkebranche, Florida Ice & Farm Company (FIFCO), richtet sich an dieser fortschrittlichen Haltung des Landes aus.

FIFCO besitzt mehr als 1.500 Getränke- und Lebensmittelmarken, darunter Bier, Wein, Spirituosen, Säfte und Milchprodukte, und verkauft seine Marken in 12 Ländern. Wärme und Wasser machen bei der Produktion der FIFCO-Produkte den größten Teil der Ressourcen aus. Im Laufe der Zeit hat das Unternehmen Initiativen zur Reduzierung, zur Wiederverwendung und zum Recycling in diesen Bereichen eingeführt, z. B. Abwasseraufbereitung und Biogasproduktion. Beispielsweise hat FIFCO seine Verarbeitungsvorgänge angepasst, um Biertreber (Rückstände von Hopfen bei der Bierproduktion) als proteinreiches Viehfutter an Landwirte abzugeben.

Der Ansatz des Unternehmens zur Vermeidung von Plastikmüll beginnt damit, dass bei den Herstellungsprozessen kein Abfall auf der Mülldeponie landet. FIFCO versucht, so viel Plastikverpackungen aus dem Umlauf zu nehmen wie das Unternehmen in Umlauf bringt. Dazu hat FIFCO in ganz Costa Rica ein Netzwerk aus 400 Abfallsammelstellen eingerichtet, das von mehr als 2.000 Menschen betrieben wird. FIFCO regt jedoch nicht nur Verbraucher dazu an, Verpackungsmüll fachgerecht zu entsorgen, sondern sammelt auch Behälter anderer Marken ein. Diese werden verarbeitet und komprimiert und anschließend in Länder wie Honduras, Brasilien, die USA, Mexiko und Thailand geschickt, um in Rohmaterialien für die Textil-, Automobil- und Papierindustrie umgewandelt zu werden.

Die Entwicklung zum Zero-Waste-Unternehmen ist Teil eines umfangreicheren Programms von FIFCO mit hochgesteckten Zielen in den Bereichen Umwelt- und soziale Nachhaltigkeit. FIFCO war das erste Unternehmen in Zentralamerika, das einen integrierten Bericht veröffentlichte, der Umwelt-, sowie soziale Auswirkungen und finanzielle Daten einbezog, und machte dadurch Nachhaltigkeit zu einem Grundpfeiler seines Geschäftsmodells.

Nachdem FIFCO über ein Jahrzehnt lang unzählige Initiativen zur Reduzierung, Wiederverwendung und Wiederverwertung von betrieblichen Abfällen eingeführt hatte, kontaktierte uns das Unternehmen, um die Zertifizierung Zero Waste to Landfill (ZWL) zu erhalten.

„Wir wollten die ZWL-Zertifizierung, weil wir durch eine internationale Organisation intern wie extern Nachverfolgbarkeit, Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Verantwortung im Bereich des Abfallmanagements im Unternehmen bieten wollen“, so Gisela Sánchez, Corporate Affairs Director bei FIFCO.

„Wir haben den Carbon Trust wegen der Strenge des ZWL-Standards ausgesucht. Andere Zertifizierungen erlauben einen höheren Prozentsatz von Abfallentsorgung auf der Mülldeponie. Außerdem ist er eine vertrauenswürdige Organisation mit langer Tradition auf diesem Gebiet.“

Wie konnten wir helfen?

2017 begann FIFCO, daran zu arbeiten, die ZWL-Zertifizierung für den gesamten Betrieb in Costa Rica zu erhalten, darunter 10 Fabriken und 10 Vertriebszentren sowie Unternehmensbüros und Gewerbebereiche. Wir haben die Prozesse zur Erreichung von Zero Waste fachkundig bewertet. Wir haben überprüft, ob die Methoden internationalen Standards entsprechen und dabei geholfen, das interne Abfallklassifikationssystem an die europäischen Abfallcodes anzupassen.

Datenmanagement war ein Grundbaustein dieses Projektes. Dank unserer Empfehlungen hat FIFCO das Berichtsystem seiner Unternehmen harmonisiert, um die Abfallberichterstattung zu optimieren. Wir haben außerdem durch regelmäßige Überprüfungen Beratung zu betrieblichen Verbesserungen geben können. Die ZWL-Zertifizierung ist für zwei Jahre gültig. Im Jahr 2019 erhielt das Unternehmen eine erneute Zertifizierung.

Welcher Nutzen ergab sich daraus?

FIFCO war das erste lateinamerikanische Unternehmen, das die ZWL-Zertifizierung erhielt. Der Standard bescheinigt, dass durch folgende Maßnahmen 100 % des Abfall-Fußabdrucks von FIFCO von der Mülldeponie weg verlagert wird:

  • Mehr als 70 % werden zurückgewonnen, darunter fällt auch die Verwendung von Biertreber als Viehfutter
  • 27 % werden recycelt, darunter Plastik- und Kartonverpackungen
  • 3 %, darunter Abwasser, werden über thermische Verwertung zurückgewonnen

Die ZWL-Zertifizierung ermöglicht mehr Transparenz im Hinblick auf die Bemühungen von FIFCO, seinen Abfall-Fußabdruck auf Null zu reduzieren. Dies ist äußerst wichtig, um Glaubwürdigkeit für Lebensmittel- und Getränkemarken aufzubauen. Eine klare Zero-Waste-Zielsetzung ist außerdem auch lokal sehr relevant, da Costa Rica zunehmend mit Kapazitätsproblemen auf den Mülldeponien zu kämpfen hat.

„Wir haben die Zertifizierung genutzt, um unsere Bemühungen um eine Reduzierung und Verwertung der im Rahmen unseres Betriebs anfallenden Abfälle publik zu machen. Dazu haben wir auf die Zertifizierung bei Präsentationen für Universitäten, Zulieferer, Kunden, die lokale Regierung, private Unternehmen und NGOs aufmerksam gemacht“, so Sánchez. „Das Feedback von Recycling-Kunden, lokalen Behörden und Entsorgungsunternehmen, die sich unserer Arbeit im Bereich des ganzheitlichen Abfallmanagements zuvor gar nicht bewusst waren, war äußerst positiv.

Wir haben aufgrund der strengen Bewertung und der strikten Anforderungen der Zertifizierung intensiv darauf hingearbeitet, den Carbon Trust Standard for Zero Waste to Landfill zu erreichen. Diese Errungenschaft hebt FIFCO von anderen ab. Wir sind stolz darauf, dass unsere Bemühungen im Bereich des Abfallmanagements anerkannt werden und im Einklang mit internationalen Best Practices stehen“, ergänzt Sánchez.